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Das Impostor-Syndrom als Software-Tester bekämpfen

Das Impostor-Syndrom als Software-Tester bekämpfen

Das Impostor-Syndrom ist eine ständige Herausforderung in der Softwarebranche und betrifft oft Fachleute, die trotz nachgewiesener Erfolge an ihren Fähigkeiten zweifeln. Persönliche Geschichten zeigen, wie Selbstzweifel in unerwarteten Bereichen auftauchen und sich auf die tägliche Arbeit und die psychische Gesundheit auswirken können. Zu den Strategien, um mit diesen Gefühlen umzugehen, gehören das offene Ansprechen interner Herausforderungen, das Erkennen des Wertes neuer Perspektiven, die Suche nach ehrlichem Feedback von vertrauten Personen und die Kultivierung des Selbstbewusstseins durch Therapie oder reflektierende Praktiken.

Podcast Episode: Das Impostor-Syndrom als Software-Tester bekämpfen

In dieser Folge spreche ich mit Linda Van De Vooren über das Hochstaplersyndrom, psychische Gesundheit und Wachstum beim Testen. Linda erzählt Geschichten von Essstörungen bis hin zu ihrem inneren Kritiker, den sie Hannibal Lecter nannte. Wir schauen uns an, wie sich Zweifel auf unsere Arbeit auswirken, z. B. beim Schreiben eines Testkonzepts, das sich zu einfach anfühlt. Ihre Taktik: Teile offen mit. Prüfe deine Grundbedürfnisse. Behandle deine Komfortzone wie einen Regenbogen und wähle eine Farbe, mit der du heute umgehen kannst. Baue einen Kreis für ehrliches Feedback auf.

"Aber viele Leute, die ich kenne, vor allem in diesem technischen Bereich, in dem wir arbeiten, haben keinen guten Kontakt zu sich selbst in dieser Weise." - Linda Van De Vooren

Im Alltag ist Linda Van De Vooren Amateur-Saxophonistin (Bariton!) und erfahrene Software-Testerin. Sie lebt im Zentrum der Niederlande und findet sich in der Natur, auf Konzerten oder im Theater wieder.

Sie liebt es, in komplexen Umgebungen zu arbeiten und scheut keine Herausforderung, egal ob es sich um technische Schwierigkeiten oder ein politisch komplexes Umfeld handelt. In der verbleibenden Freizeit ist sie eine begeisterte Gamerin (Nintendo!) und liebt es zu lesen.

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Highlights der Episode

  • Der Austausch über persönliche Probleme hilft anderen und verringert die Scham über die psychische Gesundheit.
  • Selbsterkenntnis ist der Schlüssel zum Umgang mit dem Hochstaplersyndrom.
  • Frische Perspektiven von Neulingen im Testen sind äußerst wertvoll.
  • Ehrliches Feedback von vertrauenswürdigen Menschen unterstützt das persönliche und berufliche Wachstum.
  • Das Hochstapler-Syndrom tritt oft dann am stärksten auf, wenn man Dinge tut, die einem natürlich vorkommen.

Owning Your Story: Das Imposter-Syndrom und Selbstbewusstsein beim Testen von Software

Der Weg eines Software Testers wird von mehr als technischem Know-how und Frameworks geprägt. In einer neuen Folge von "Software Testing Unleashed" hat sich Richie mit der Qualitätsberaterin und Baritonsaxophonistin Linda Van De Vooren zusammengesetzt, um ein Thema zu erforschen, über das in der Tech-Branche selten offen gesprochen wird: das Impostersyndrom. Ihr Gespräch auf der Hustev-Konferenz 2025 war nicht nur ein technischer Deep-Dive, sondern auch eine kraftvolle, ehrliche Reflexion über Zweifel, Selbstakzeptanz und Gemeinschaft.

Das Imposter-Syndrom verstehen

Viele denken bei dem Begriff "Impostersyndrom" an einen kurzen Moment des Zweifels vor einer Präsentation oder dem ersten Tag in einer neuen Rolle. Aber wie Linda Van De Vooren erklärt, geht es viel tiefer. Es ist der hartnäckige Glaube, dass dein Erfolg unverdient ist oder dass du es nur "beflügelt" hast und zwangsläufig enttarnt wirst.

"Das Imposter-Syndrom ist die Vorstellung, dass du etwas nicht schaffst, obwohl du es nachweislich kannst", erklärt Linda Van De Vooren. Sie erzählte von ihrer Erfahrung, dass sie sich selbst beim Schreiben eines Testkonzepts als Betrügerin fühlte - eine Aufgabe, die sie sehr gut beherrscht. Die Stimme des Zweifels kann sich hartnäckig halten und die tatsächlichen Erfolge überschatten.

Alltagsbeispiele: Jenseits des Codes

Das Imposter-Syndrom tritt nicht nur im Berufsleben auf. Linda Van De Vooren erzählte, wie sich ihre Probleme mit Essstörungen in Form ähnlicher Stimmen in ihrem Kopf manifestierten, die jede ihrer Handlungen in Frage stellten und dafür sorgten, dass sich die täglichen Abläufe fremd anfühlten. Die Erkenntnis, dass es diesen "inneren Kritiker" - so nennt sie diese negative innere Stimme - gibt, war ein entscheidender Schritt. Der Name "Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer" gab der Stimme eine Form und machte es leichter zu erkennen, wenn sie die Kontrolle übernahm.

Entscheidend ist dabei die Erkenntnis, dass diese Stimme oft dann auftaucht, wenn grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt werden: Stress, Hunger und Erschöpfung trüben die Selbsteinschätzung. Linda Van De Vooren erklärt: "Normalerweise fange ich an, auf diese Stimme zu hören, wenn meine Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind, wenn ich müde, hungrig oder durstig bin."

Geschichten erzählen als Weg nach vorn

Eine wichtige Erkenntnis aus dem Gespräch war der Wert der Verletzlichkeit. Linda Van De Vooren befand, dass das Teilen ihrer Geschichte auf Konferenzen sowohl bei den Zuhörern als auch bei ihr selbst großen Anklang fand. Das Schlimmste, was passiert ist? Ein wenig Mitgefühl und viel öfter Dankbarkeit von anderen, die mit den gleichen Zweifeln kämpfen. Wenn wir diesen Gesprächen Raum geben, wird unser Kampf normal und wir merken, dass wir nicht allein sind.

Selbsterkenntnis: Der fortlaufende Prozess

Selbsterkenntnis ist ein wiederkehrendes Thema. Linda Van De Vooren sprach darüber, wie man lernt, zwischen nützlicher Selbstreflexion und destruktiver Selbstkritik zu unterscheiden. Sie beschrieb die ständige Herausforderung der Selbsterkenntnis als "das Schälen einer Zwiebel", bei der immer wieder neue Schichten zum Vorschein kommen, gerade wenn du denkst, dass du den Kern erreicht hast.

Zu dieser Reise gehörte auch ein formelles Coaching und Kommunikationstraining, bei dem sie lernte, wie sehr negative Annahmen ihre Beziehungen und ihre Karriere beeinflussten. Aktives Zuhören, ehrliches Feedback und das Hinterfragen ihrer automatischen Selbstverurteilung machten einen spürbaren Unterschied.

Besitze deine Fähigkeiten, akzeptiere deine Grenzen

Ein immer wiederkehrendes Muster in der Tech-Branche ist der Glaube, dass Leichtigkeit gleichbedeutend mit mangelndem Wert ist - wenn eine Aufgabe selbstverständlich ist, kann sie nicht so wichtig sein. Linda Van De Vooren forderte Tester dazu auf, zu erkennen und zu akzeptieren, wenn sie etwas einfach gut können, anstatt ihre Fähigkeiten zu verleugnen.

Das gilt auch für das Erkennen persönlicher Grenzen: "Ich weiß, dass ich Testen nicht automatisieren sollte... Ich kann zwar gut reden, aber ich kann es nicht umsetzen, und das ist mir klar." Wenn du dir über deine Stärken und Schwächen im Klaren bist und dich mit Menschen umgibst, die dir ehrliches, konstruktives Feedback geben, kannst du dich persönlich weiterentwickeln und effektive Teams bilden.

Aufbau von unterstützenden Gemeinschaften

Linda Van De Vooren hat festgestellt, dass sich viele Tester, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, isoliert und unterqualifiziert fühlen. Ihr Rat? Denkt daran, dass Unerfahrenheit neue Perspektiven mit sich bringt, die für die Qualität der Arbeit von unschätzbarem Wert sind. Indem sie ihre Ideen äußern und Fragen stellen, bereichern Neulinge die Projekte - vorausgesetzt, ihr Umfeld schätzt ihren Beitrag.

Richie und Linda Van De Vooren sprachen auch darüber, wie wichtig es ist, sorgfältig auszuwählen, wessen Feedback man beherzigt. Gut gemeinte Ratschläge von Freunden oder der Familie können dich manchmal zurückhalten. Stütze dich stattdessen auf diejenigen, die dein Potenzial sehen und sich für dein Wachstum einsetzen.

Das Impostersyndrom ist hartnäckig und allgegenwärtig, aber nicht unüberwindbar. Indem wir unsere Geschichten erzählen, unsere inneren Kritiker herausfordern und uns mit ermutigenden Menschen umgeben, machen wir wichtige Schritte in Richtung Selbstakzeptanz und kollektive Stärke. Wie Linda Van De Vooren es ausdrückte: "Das sollten mehr Menschen tun" Und sie hat Recht: Offenheit ist nicht nur etwas für Mutige, sondern für alle, die sich für echte Qualität einsetzen - in der Software und im Leben.

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