Accessibility - Myria Pflaum, Lisa Amrhein 

 November 28, 2023

"What we often experience (...) is that you finish developing the application and then give it to the accessibility test, and then you get a hundred-page test report (...) and have to redo everything" - Myria Pflaum, Lisa Amrhein

Accessibility enables participation. Everyone knows the ramp for wheelchairs or the floor guidance systems for blind people at crosswalks and train stations. Our digital world is not only getting bigger and bigger, but participation in this world is becoming increasingly essential. Digital accessibility exists so that people with disabilities can also participate. The experts Lisa and Myria tell us exactly what this looks like, what accessibility means for the development and testing of software and why it is beneficial to develop accessible software (or to make existing software accessible).

Myria Pflaum has been with imbus AG since 2017 and works as a Senior Software Quality Engineer. During this time, she has worked in various industries in the areas of test automation, accessibility, mobile app testing, exploratory testing and project management. In the meantime, she mainly deals with development-related consulting on digital accessibility, testing for digital accessibility and holds workshops on digital accessibility.

Lisa Amrhein studied business informatics at Ansbach University of Applied Sciences until 2020 and has been working as a software quality engineer at imbus AG since then. From the very beginning, she has been dedicated to the topic of "digital accessibility" and has carried out test implementations in this area in several projects. Today, Lisa Amrhein not only works as a software tester in customer projects, but also provides advice and holds workshops on the topic of digital accessibility.

Highlights in this episode:

  • Myria und Lisa sind Expertinnen für Barrierefreiheit
  • Diskussion über die Bedeutung und Wichtigkeit von Barrierefreiheit in digitalen Produkten
  • Es gibt fünf Hauptnutzergruppen, die bei der digitalen Barrierefreiheit berücksichtigt werden sollten: blinde Nutzer, sehbeeinträchtigte Nutzer, motorisch beeinträchtigte Nutzer, kognitiv beeinträchtigte Nutzer und auditiv beeinträchtigte Nutzer
  • Wichtige Anforderungen für barrierefreie Software kommen aus den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)
  • Barrierefreiheitstests sollten frühzeitig in der Entwicklung beginnen, um spätere umfangreiche Überarbeitungen zu vermeiden
  • Es gibt Open-Source-Tools wie X-Core für die automatisierte Prüfung von Barrierefreiheit
  • Die Einbindung von Barrierefreiheit verbessert die allgemeine Usability und kann einen positiven Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung haben
  • KI könnte in Zukunft eine größere Rolle bei der Prüfung von Barrierefreiheit spielen.

 

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Barrierefreiheit: Ein Muss für jedes digitale Produkt

TLDR: In dieser Podcast-Episode tauchen wir in das Thema Barrierefreiheit ein und diskutieren, wie Softwareentwicklungsteams und Unternehmen Barrierefreiheit umsetzen können. Mit den Expertinnen Myria Pflaum und Lisa Anrhein beleuchten wir, was Barrierefreiheit bedeutet, warum sie heute so wichtig ist und geben praktische Tipps, wie man in die Umsetzung starten kann.

Ein dringend benötigtes Gespräch

Das heutige Thema dreht sich um etwas, das in euren Feedback-Mails immer wieder zur Sprache kam: Barrierefreiheit. Und wer könnte besser geeignet sein, dieses komplexe Thema zu entwirren als unsere Gäste Myria Pflaum und Lisa Amrhein, beide Expertinnen auf diesem Gebiet? Wir werden zusammen erforschen, was Barrierefreiheit eigentlich bedeutet, warum es gerade jetzt an Brisanz gewinnt und wie wir als Softwareentwickler und Unternehmen dafür sorgen können, dass unsere Produkte für jeden zugänglich sind.

Was bedeutet Barrierefreiheit wirklich?

Digitale Barrierefreiheit mag für viele noch ein neues Konzept sein. Doch im Grunde genommen geht es darum, digitale Produkte so zu gestalten, dass sie von jedem genutzt werden können – unabhängig von körperlichen Einschränkungen. Wie Lisa erläutert, bezieht sich dies nicht nur auf offensichtliche physische Barrieren, sondern auch auf die Zugänglichkeit von Webseiten, Anwendungen und Software für Menschen mit unterschiedlichen Arten von Beeinträchtigungen.

Fünf Nutzergruppen im Fokus

Die digitale Welt zu einem barrierefreien Ort zu machen bedeutet, die Bedürfnisse aller Nutzer zu berücksichtigen. Lisa teilt diese Nutzer in fünf Hauptgruppen auf: blinde Nutzer, sehbeeinträchtigte Nutzer, motorisch beeinträchtigte Nutzer, kognitiv beeinträchtigte Nutzer und auditiv beeinträchtigte Nutzer. Jede Gruppe hat ihre eigenen Herausforderungen bei der Nutzung digitaler Medien, was darauf hinweist, dass eine ‘One-Size-Fits-All’-Lösung hier nicht funktionieren wird.

Gesetzliche Vorgaben als Treiber für Veränderung

Wie Lisa weiter erklärt, sind öffentliche Stellen in Deutschland bereits seit 2021 dazu verpflichtet, ihre digitalen Produkte barrierefrei zu gestalten. Dies wird ab 2025 durch den European Accessibility Act auch auf private Unternehmen ausgeweitet. Dieser rechtliche Rahmen soll nicht nur dazu dienen, Unternehmen zur Umsetzung von Barrierefreiheit zu bewegen. Vielmehr soll er ein Bewusstsein dafür schaffen, dass digitale Barrierefreiheit ein grundlegendes Recht aller Nutzer ist.

Praktische Schritte zur Implementierung

Für Entwickler könnte die Umsetzung von Barrierefreiheitsrichtlinien eine Herausforderung darstellen. Doch wie Lisa betont, ist es entscheidend, barrierefreie Praktiken frühzeitig im Entwicklungsprozess zu integrieren. Dazu gehören die Berücksichtigung von Kontrastverhältnissen in Design-Guidelines sowie die Sicherstellung der Tastaturbedienbarkeit für Screenreader-Nutzer. Ebenfalls wichtig ist die Schulung des Entwicklungsteams hinsichtlich der Anforderungen an Barrierefreiheit.

Barrierefreiheit testen – aber richtig

Ein zentraler Aspekt ist das Testen auf Barrierefreiheit. Automatisierte Tests können viele Barrieren aufdecken, doch wie Lisa hervorhebt, erfordern bestimmte Aspekte menschliches Urteilsvermögen. Die Zusammenarbeit mit echten Nutzern aus den verschiedenen Zielgruppen ist entscheidend für ein umfassendes Verständnis der Usability aus deren Perspektive.