Detox 

 12. März 2024

“Das Leben besteht aus Rhythmen. Jedes ‘viel’ braucht auch ein ‘wenig’”

Richard Seidl

 

Heute war bei mir Fastenbrechen angesagt. Nach Tagen mit nur Wasser, Säften und Brühe gab es heute wieder feste Nahrung. Einen Apfel und eine Birne. Geschmacklich unbeschreiblich gut. Ich faste jedes Jahr. Es gibt mir Klarheit. Energie. Einen Reset. Ein Wieder-Wegkommen von Gewohnheiten und Co.

Passend dazu war heute der erste Sonnentag seit Langem und man merkt, dass die Sonne kräftiger wird. Die Vöglein zwitschern und die ersten Frühblüher zeigen sich. Auch hier beginnt ein neuer Zyklus, der sich jährlich wiederholt. Wenn wir die Natur betrachten, sieht man diese Rhythmen über all. Die Jahreszeiten, die Mondzyklen oder einfach Tag und Nacht und Regen und Sonne. Und auch im eigenen Leben gibt es sie. Auf Hochs folgen Tiefs. Und dann wieder Hochs.

Aber im Alltag lassen wir das immer weniger zu. Dies ist noch zu erledigen, das auch noch. Wir springen von einem Teams-Meeting in das andere. Mittags schnell ein Brötchen und weiter geht die Achterbahnfahrt. Kurz vorm Schlafen noch ein Blick aufs Smartphone – und in der Früh gleich wieder. Immer höher, schneller und weiter. Dass das nicht gut für uns ist, wissen wir. Konsequenzen ziehen wir keine daraus. Die Extremfolgen – Burnout, Depression usw. blenden wir gerne aus – wird mir schon nicht passieren. An den Wochenenden werde ich dann entspannen. Aber die sind ja auch schon voll: Kindergeburtstage, Steuererklärung, Netflix. Da ist keine Pause. Kein Durchatmen.

Es muss ja nicht gleich eine Fastenkur sein. Die kleinen Momente der Ruhe im Tag können wir uns laufend schaffen:

  • Das Handy erst nach dem Frühstück checken und abends früh weit weglegen.
  • Alle Tabs und Programme zum Feierabend schließen und in der Früh frisch starten.
  • Pausen zwischen den Teams-Meetings.
  • Mittags mal rausgehen und spazieren.
  • Radio aus und sich einfach mal nicht beschallen lassen.
  • Stille aushalten (gaaaanz schwer).
  • Notifications ausschalten.
  • Bildschirmzeiten nutzen, zum Beispiel für Social Media.

Einfach mal was davon ausprobieren und die Pause Pause sein lassen. Ohne Lesen, Handy oder sonstige Ablenkung. Ich glaube mittlerweile, dass diese Selbstfürsorge für die kommenden Jahre unentbehrlich werden wird. Natürlich müssen wir uns mit KI beschäftigen, natürlich unsere User-Storys schreiben und abarbeiten, unsere Tasks erledigen. Aber wer ständig auf 180 läuft und nie eine Ruhephase einlegt, wird ausbrennen.

Und vielleicht täte das auch mal dem einen oder anderen Projekt gut. Statt noch mehr Storys ins Backlog zu schieben – dies einfach mal nicht tun. Einen Sprint Pause machen, in der sich das Team entspannt, wieder klare Gedanken findet und nichts tut. Sprint-Fasten sozusagen. Um dann wieder mit neuer und frischer Energie in den nächsten Sprint zu starten.

Klingt verrückt?

Ja. Aber besser so als mit Mainstream ins Burn-out.

Und daher jetzt einfach mal: Pause machen.