Wie KI Barrierefreiheit unterstützen kann
Entdecke, wie KI Barrierefreiheit verbessern kann und die integrierte Testumgebung Barrierefreiheitstests optimiert.

Bis Juni 2025 müssen viele Unternehmen ihre digitalen Angebote barrierefrei gestalten – doch die wenigsten haben eine Vorstellung davon, wie aufwendig die Tests dafür sind. Aktuell jonglieren Tester mit einem Flickenteppich aus Word, Excel, Screenshots, Screenreadern und Open-Source-Tools, während über 80 WCAG-Kriterien geprüft werden müssen. Eine integrierte Testumgebung kombiniert mit gezieltem KI-Einsatz könnte genau dort helfen, wo Automatisierung sinnvoll ist – etwa bei der Prüfung, ob Überschriften semantisch zum Text passen oder beim intelligenten Clustering von Seiten.
Podcast Episode: Wie KI Barrierefreiheit unterstützen kann
Wie kann die Künstliche Intelligenz (KI) die Barrierefreiheitstests verbessern? Valentin Dallmeier erläutert die Herausforderung, Barrierefreiheitsinformationen aus Webseiten zu extrahieren und wie sein Team KI einsetzt, um Sprachmodelle für bessere Testergebnisse zu nutzen. Ein interessanter Aspekt ist die Entwicklung einer integrierten Testumgebung (ITE), die den Testprozess vereinfacht und effizienter gestaltet, indem sie alle notwendigen Werkzeuge in einer Anwendung bündelt. Allerdings muss beim Einsatz von KI-Tools der Datenschutz sichergestellt werden, was eine erhebliche Herausforderung darstellt.
„Das hat einen Dark Mode. Das ist ja ein No-Brainer.” - Valentin Dallmeier
Dr. Valentin Dallmeier studierte in Passau und Saarbrücken Informatik und promovierte am Lehrstuhl für Softwaretechnik in Saarbrücken. In seiner Doktorarbeit kombinierte er Testfallgenerierung mit Techniken der Modellextraktion – eine Leistung, die 2010 mit dem Ernst-Denert-Preis als beste Dissertation der Softwaretechnik im deutschsprachigen Raum für ihre Praxisrelevanz ausgezeichnet wurde. Die erforschten Techniken führten zur Gründung der Testfabrik, in deren Vorstand er seit 2013 innovative Werkzeuge zur Testautomatisierung entwickelt.
Highlights der Episode
- Barrierefreiheitstests brauchen keine 10 Tools – eine integrierte Testumgebung spart Medienbrüche und Zeit.
- ChatGPT prüft Überschriften-zu-Text-Passungen besser als Menschen – Sprachaufgaben sind KI-Stärke in Accessibility.
- Crawler plus Clustering erkennt automatisch ähnliche Seiten – spart manuelle Auswahl von Testrepräsentanten.
- OpenAI ist noch instabil – lokale Sprachmodelle wie Llama funktionieren für Accessibility-Tests noch nicht gut genug.
- Iterativ bauen und Feedback einholen schlägt KI-Hype – Problem verstehen vor Tool bauen.
Einblicke in KI-gestützte Lösungen beim Barrierefreiheitstest
In dieser Folge dreht sich alles um Barrierefreiheitstests und den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in diesem Bereich. Valentin Dallmeier teilt Einblicke in seine Arbeit und die Entwicklung einer integrierten Testumgebung, um Barrierefreiheit effektiver zu testen und zu verbessern. Ein spannender Blick hinter die Kulissen, wie Technologie und KI genutzt werden können, um Webseiten zugänglicher zu machen.
Von der Forschung zur Praxis
Valentin Dallmeiers Team hat sich dem Thema Barrierefreiheit gewidmet. Ihre Mission? Technologische Lösungen zu schaffen, die Menschen dabei unterstützen, besser zu testen. Eine Bachelorarbeit legte den Grundstein für ihre heutige Arbeit, indem sie untersuchte, welche Barrierefreiheitsinformationen aus Webseiten extrahiert werden können. Diese Initiative hat den Weg für die Entwicklung einer integrierten Testumgebung geebnet, die nicht nur effizienter ist, sondern auch das Testen angenehmer macht.
Die Rolle der KI in Barrierefreiheitstests
Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle im Ansatz von Valentins Team zur Verbesserung von Barrierefreiheitstests. Durch die Analyse der WCAG-Kriterien identifizierten sie Bereiche, in denen Automatisierung möglich ist – etwa ein Viertel der über 80 Kriterien. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von KI bei sprachlichen Aufgaben, wie der Überprüfung der Übereinstimmung von Überschriften mit Textinhalten. Ihre Experimente mit lokalen Sprachmodellen zeigen das Potenzial für weitere Automatisierungsmöglichkeiten und datenschutzfreundliche Lösungen.
Eine integrierte Testumgebung
Die Entwicklung einer integrierten Testumgebung (ITE) ist das Kernstück des Projekts. Diese Umgebung zielt darauf ab, die zahlreichen Tools und Prozesse zu vereinen, die aktuell in Barrierefreiheitstests zum Einsatz kommen – von Word-Dokumenten über Excel-Tabellen bis hin zu Screenreadern. Indem sie all diese Elemente in einer einzigen Anwendung zusammenführen, ohne Medienbrüche, erleichtern sie nicht nur die Arbeit der Tester erheblich, sondern bauen auch Barrieren im Testprozess selbst ab.
Das Feedback aus der Community: Ein entscheidender Faktor
Ein iteratives Vorgehen unter Einbeziehung des Feedbacks aus der Community ist entscheidend für den Erfolg des Projekts. Valentins Team legt großen Wert darauf, eng mit den Anwendern zusammenzuarbeiten und ihre Bedürfnisse und Herausforderungen direkt in den Entwicklungsprozess einfließen zu lassen. Diese enge Zusammenarbeit sorgt dafür, dass die entwickelten Lösungen nicht nur technisch fortschrittlich sind, sondern auch praktisch anwendbar und hilfreich im Alltag der Tester.
Was steht als Nächstes an?
Obwohl bereits beeindruckende Fortschritte erzielt wurden, sieht Valentin immer noch viel Raum für Verbesserungen und Weiterentwicklungen. Die Integration weiterer KI-basierter Testszenarien sowie die Optimierung bestehender Werkzeuge stehen auf ihrer Agenda. Besonders spannend ist die Frage nach dem Datenschutz bei der Nutzung externer KI-Dienste und wie lokale Alternativen diese Herausforderung adressieren könnten.
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