Software Engineering im Jahr 2034
Entdecke, wie Künstliche Intelligenz und agile Methoden die Zukunft der Softwareentwicklung bis 2034 prägen werden.

Die meisten Entwickler werden durch KI-Tools nicht produktiver, sondern erstellen schneller Legacy-Code. Aktuelle Daten zeigen bereits: Die Code-Qualität auf GitHub sinkt messbar, die Fluktuation steigt, Copy-Paste-Code nimmt zu. Während der Hype um generative KI und natürliche Programmierung zunimmt, bleiben die wirklich zukunftssicheren Fähigkeiten dieselben: Präzision, gutes Software Testing und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Die Zukunft gehört nicht denen, die Werkzeuge blind nutzen, sondern jenen, die verstehen, was sie eigentlich erreichen wollen.
Podcast Episode: Software Engineering im Jahr 2034
Wie sieht der Arbeitsalltag eines Entwicklers im Jahr 2034 aus, welche Umgebungen, Werkzeuge und Praktiken zur Erstellung, zum Testen, zum Deployen und zum Betreiben von Software werden genutzt? Welche Arten von Softwaresystemen werden allgegenwärtig sein? Welche Systeme werden wir bei der Arbeit nutzen und auf welchen Architekturen und Technologien werden diese Systeme basieren? Kevlin wirft einen Blick in die Zukunft und spricht über mögliche Entwicklungen in der Softwareentwicklung, die Auswirkungen der Digitalisierung, die Rolle von KI, den Einfluss von Trends wie Kryptowährung, Web3 und dem Metaverse und neue Trends in Softwarearchitektur, Programmiersprachen und Arbeitskultur.
„Viele Entwickler werden genau den Teil ihrer Arbeit weglassen, der ihnen Spaß macht.” - Kevlin Henney
Kevlin Henney ist ein unabhängiger Berater, Redner, Schriftsteller und Trainer, der zur aktuellen Entwicklung von Programmierungstechniken, Softwarearchitektur und Unit-Testing beigetragen hat. Er hat als Kolumnist für zahlreiche Magazine und Websites gearbeitet und war Mitglied in vielen Ausschüssen. Außerdem ist er Mitautor von „A Pattern Language for Distributed Computing“ und „On Patterns and Pattern Languages“ aus der Serie „Pattern-Oriented Software Architecture“, sowie Herausgeber von „97 Things Every Programmer Should Know“ und Mitherausgeber von „97 Things Every Java Programmer Should Know“.
Highlights der Episode
- KI-Tools beschleunigen Legacy-Code-Produktion: Entwickler generieren schneller wartungsarmen Code ohne ihn zu verstehen.
- Programmiersprachen-Entwicklung ist träge: Top-5-Sprachen stammen aus dem 20. Jahrhundert, nicht aus den 2020ern.
- Testen wird zur Kernkompetenz: Wer KI-Output nicht prüfen kann, wird zum reinen Wartungsprogrammierer.
- Präzision schlägt natürliche Sprache: Code-Qualität entsteht durch exakte Notation, nicht durch flexiblere Beschreibung.
- Softwareentwicklung zerbricht in zwei Lager: Qualitätsorientierte Teams versus KI-getriebene Fließbandproduktion mit steigender Fehlerrate.
KI, Agilität, Programmiersprachen- Entwicklungen im nächsten Jahrzehnt
Heute spreche ich mit Kevlin Henney über mögliche Entwicklungen, die der Softwareentwicklung bis 2034 bevorstehen. Kevlin Blick in die Kristallkugel offenbart eine subtile Mischung aus erwarteten Entwicklungen und überraschenden Konstanten.
Programmiersprachen
Kevlin betont einen faszinierenden Trend: Trotz rasanter technologischer Fortschritte verwenden die meisten Entwickler immer noch Programmiersprachen, die im 20. Jahrhundert entwickelt wurden. Dies deutet auf ein langsamer als erwartetes evolutionäres Tempo hin und unterstreicht die Vorstellung, dass die Beherrschung der derzeitigen Mainstream-Sprachen noch lange relevant bleiben könnte.
Das Agile Missverständnis und die Realität
Agile Entwicklung ist zu einem Schlagwort geworden, das mit modernen Softwarepraktiken gleichgesetzt wird. Kevlin deutet jedoch an, dass ihre wahre Annahme weniger verbreitet ist, als man annehmen könnte. Mit Blick auf 2034 scheint es, dass bestimmte Praktiken verbreiteter werden könnten, die Kernprinzipien der agilen Methodik jedoch immer noch um eine echte Implementierung ringen könnten.
Hype vs. Praktikabilität: Technologien im Blick
Von Metaverse-Träumen bis zu Kryptowährungsblasen und der anhaltenden Unklarheit von Web3 hinterfragt Kevlin kritisch verschiedene Technologietrends. Während er deren jeweilige Nischen anerkennt, projiziert er eine gemäßigte Aussicht auf ihren Einfluss bis 2034 und deutet an, dass einige gehypte Innovationen ihre versprochenen revolutionären Rollen möglicherweise nicht aufrechterhalten können.
KI: Das zweischneidige Schwert
Die Diskussion lenkt unweigerlich zum Thema künstliche Intelligenz – ein Thema, das sowohl Neugier als auch Skepsis hervorruft. Kevlin bietet eine differenzierte Sicht auf die mögliche Entwicklung der KI: eine Zukunft, in der KI die Softwareentwicklung verändert, aber nicht den menschlichen Erfindungsreichtum ersetzt, weil der ständige Bedarf an menschlicher Genauigkeit und ethischer Kontrolle bestehen bleibt.
Das Werkzeugset des zukünftigen Entwicklers
Beim Blick in die Zukunft der Softwareentwicklung erhalten Entwickler zeitlose Ratschläge: Priorisiere grundlegende Fähigkeiten und Prinzipien über flüchtige Trends. Kevlin empfiehlt, sich auf Testfähigkeiten, präzise Kommunikation durch Code und natürliche Sprache gleichermaßen zu konzentrieren und ein Auge auf aufkommende Werkzeuge zu haben, ohne bewährte Methodologien aus den Augen zu verlieren.
Kultivierung von Zusammenarbeit und Qualität in Softwareteams
Zum Schluss besprechen wir einen weiteren entscheidenden Aspekt an, der die Zukunft der Technologiearbeitsplätze formt: Zusammenarbeit. Mit unterschiedlichen Ansätzen in großen und kleinen Organisationen hebt Kevlin den kritischen Bedarf hervor, kommunikative Lücken innerhalb von Teams zu verringern, um wahre Agilität und Qualität zu fördern – Prinzipien, die entscheidend bleiben dürften, während wir auf 2034 zusteuern.
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