Qualitätssicherung in der Hochschulbildung
Erfahre mehr über IT-Systemintegration Studium und Software Engineering Lehrplan. Studium mit Fokus auf digitale Souveränität und Nachhaltigkeit.

Programmieren lernen ohne Qualitätssicherung ist wie Autofahren ohne Bremsen – funktioniert kurz, endet aber meistens im Crash. An der Hochschule Bremerhaven wird Testing nicht als separate Vorlesung unterrichtet, sondern als fester Teil der Studienkultur verankert: Performance messen ab Woche eins, ressourcenschonende Infrastruktur statt Hardware-Verschwendung, und die Frage, ob es wirklich JSON sein muss oder ob ein simples CSV reicht. Das Ziel: Studierende sollen nicht nur coden können, sondern verstehen, was passiert – bevor die KI es für sie übernimmt.
Podcast Episode: Qualitätssicherung in der Hochschulbildung
Wie sieht der Lehrplan von Software Engineering, IT-Systemintegration, Informatik an Fachhochschulen heute aus? Welche Themen werden vermittelt- und wie? Worauf wird wert gelegt und wie wird der Lehrstoff von den Studierenden angenommen und umgesetzt? Karin beantwortet diese und weitere Fragen und erzählt darüber hinaus, welche Maßnahmen ihre Hochschule bezüglich Nachhaltigkeit getroffen hat.
„Mir hat neulich jemand gesagt, wir brauchen keine Juniorberater mehr. Das kann doch die KI.” - Karin Vosseberg
Prof. Dr.-Ing. Karin Vosseberg ist seit 2009 Hochschullehrerin an der Hochschule Bremerhaven, spezialisiert auf IT-Systemintegration und Software Engineering. Ihr Engagement gilt der Integration von Softwarequalitätssicherung, Nachhaltigkeit in der Softwareentwicklung und Digitaler Souveränität in Lehrplänen. Sie setzt sich stark für die Gleichstellung in MINT-Studiengängen ein und ist Mitglied in Fachgruppen der Gesellschaft für Informatik sowie des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung. Seit 2015 gehört sie zudem dem Präsidium des ASQF an.
Highlights der Episode
- Qualitätssicherung lernt man nicht aus Büchern – nur durch praktisches Messen, Automatisieren und Scheitern.
- Studierende sehen KI-generierte Lösungen nicht kritisch, weil ihnen die Basics zur Bewertung fehlen.
- Nachhaltigkeit funktioniert nicht als Extra-Thema, sondern als Alltag: Docker-Limits statt unbegrenzte Cloud-Ressourcen.
- Testautomatisierung wird blind umgesetzt – niemand fragt, ob die automatisierten Tests überhaupt sinnvoll sind.
- Terminals statt GUIs: Wer nicht mit Schnittstellen denkt, baut später keine automatisierbaren Systeme.
Qualitätssicherung in der Hochschulbildung: Nachhaltigkeit trifft Softwareentwicklung
In dieser Episode tauchen wir in die Welt der Qualitätssicherung in der Hochschulbildung ein, mit besonderem Blick auf die Integration von Nachhaltigkeit und die praktische Anwendung dieser Prinzipien im Kontext der Softwareentwicklung.
QS in der Hochschulbildung
Heute widmen wir uns einem Thema, das sowohl für Studierende als auch für Lehrende von größter Bedeutung ist: Qualitätssicherung in der Hochschulbildung. Mein heutiger Gast ist Karin Vosseberg von der Hochschule Bremerhaven. Karin bringt eine Fülle von Erfahrungen und Einsichten mit, die sie mit uns teilt. Was bedeutet Qualitätssicherung in diesem speziellen Bildungskontext? Das erfahren Sie in dieser tiefgründigen Diskussion.
Qualitätssicherung trifft auf Nachhaltigkeit
Karin hebt hervor, wie entscheidend es ist, Qualitätssicherungspraktiken in die Hochschullehre zu integrieren. “Es geht nicht nur darum, die Funktionalität eines Programms oder einer Anwendung zu testen”, erklärt Karin. “Es geht um ein ganzheitliches Verständnis von Qualität, das auch nicht-funktionale Anforderungen wie Nachhaltigkeit einschließt.” Diese Ansicht spiegelt einen Trend wider, bei dem Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus rückt – nicht nur als ökologisches Konzept, sondern auch als integraler Bestandteil der Softwareentwicklung und Bildung.
Die Herausforderungen der Attraktivität
Eines der zentralen Themen unseres Gesprächs war die Wahrnehmung von Qualitätssicherung unter Studierenden. Wie Karin feststellt, gilt Qualitätssicherung oft nicht als das “sexieste” Thema unter jungen Entwicklern. Dies liegt daran, dass viele Studierende dazu neigen, sich auf das Neuerstellen von Software zu konzentrieren, anstatt auf die wichtige Rolle der Qualitätssicherung und Testverfahren. Doch durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit und praxisnahe Beispiele gelingt es Karin und ihren Kollegen zunehmend, diese Wahrnehmung zu ändern.
Praktische Umsetzung im Lehrplan
Karin erläutert weiterhin, wie sie und ihr Team an der Hochschule Bremerhaven praktische Ansätze zur Integration von Qualitätssicherungspraktiken in den Lehrplan entwickelt haben: “Wir versuchen, unseren Studierenden von Anfang an klarzumachen, dass Qualität ein integraler Bestandteil des Softwareentwicklungsprozesses ist.” Durch Projekte, Laborarbeiten und spezielle Veranstaltungen werden Studierende ermutigt, sich mit verschiedenen Aspekten der Qualitätssicherung auseinanderzusetzen – vom Schreiben robuster Code-Tests bis hin zur Auseinandersetzung mit nicht-funktionalen Qualitätskriterien wie Performance und Skalierbarkeit.
Nachhaltigkeit als Leitmotiv
Ein wiederkehrendes Motiv in unserem Gespräch ist das Konzept der Nachhaltigkeit. Karin teilt ihre Überzeugung mit uns, dass Nachhaltigkeit über das ökologische Bewusstsein hinausgeht und direkt mit der Art und Weise verbunden ist, wie wir Software entwickeln und testen. Sie betont die Bedeutung einer ressourcenschonenden Entwicklungsumgebung sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Ressourcenverbrauch durch Softwareprodukte. Diese Perspektive vermittelt sie ihren Studierenden durch praktische Übungen und Projekte.
Ähnliche Beiträge

Richard Seidl
•19. Mai 2026
Warum Agentic Engineering alles ändert

Richard Seidl
•12. Mai 2026