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Komm mir nicht mit Fachlichkeit

Scrum für Agilität: Entdecke, wie interdisziplinäre Teams den Endanwender aktiv einbeziehen und erfolgreich Produkte entwickeln.

4 Min. Lesezeit
Cover für Komm mir nicht mit Fachlichkeit

Scrum liefert schnell – aber häufig am Bedarf vorbei. Der Fokus liegt auf dem auslieferbaren Inkrement, während die entscheidende Frage unbeantwortet bleibt: Löst das Feature überhaupt ein echtes Problem? Methoden wie Event Storming, Story Mapping und Gamba Walks helfen, fachliches Verständnis direkt ins Team zu bringen, bevor die Entwicklung startet. So wird Software Testing nicht zur Qualitätskontrolle am Ende, sondern zum Lerninstrument für das Richtige – von Anfang an.

Podcast Episode: Komm mir nicht mit Fachlichkeit

Fachlichkeit, dieser Begriff zieht zunächst einmal Grenzen. Hier ist Inas Meinung nach auch der Widerspruch bei Scrum: er spricht einerseits von der Zusammenarbeit aller Teams, legt andererseits den Fokus jedoch stark auf das auslieferungsreife Produkt - so werden dann beispielsweise Features entwickelt, die der Endanwender gar nicht nutzt. Wenn der Endanwender aber kontinuierlich mit einbezogen wird und gleichzeitig die Entwickler stärker in die Planung einbezogen werden, dann entsteht ein umfassendes Bild dessen, was der Endanwender braucht um sein Problem zu lösen. Und solcherlei Innovationen kommen oft aus dem technischen Bereich, nämlich den Entwicklern, die beim Problemverständnis dann direkt Ideen zu Features haben, die das Problem lösen.

„Scrum geht einfach von einem fertigen Backlog aus.” - Ina Einemann

Ina Einemann ist als Agile Coach bei der open knowledge GmbH in Oldenburg tätig. ‍Sie arbeitet als agiler Coach mit dem Schwerpunkt Anforderungsmanagement und Product Ownership. Seit zehn Jahren beschäftigt sie sich mit agilen Methoden und Vorgehensmodellen und berät Teams bei der Umsetzung agiler Praktiken mit dem Ziel Teams zu motivieren tolle Produkte umzusetzen. ‍Sie spricht regelmäßig auf agilen Veranstaltungen, ist Kuratorin diverser Konferenzen und einer der Hosts des agilen Podcasts „Mein Scrum ist kaputt”. 2022 veröffentlicht sie mit Frank Düsterbeck das Buch „Product Ownership meistern. Produkte erfolgreich entwickeln”.

Highlights der Episode

  • Scrum fokussiert auf Delivery, ignoriert aber Discovery – wie kommt Wertvolles ins Backlog?
  • Event Storming und Story Mapping bringen Fachlichkeit, User und Entwickler gemeinsam ins Gespräch.
  • Gamba Walks zeigen, wie User die Software wirklich nutzen – oft mit Workarounds.
  • Nicht jeder Entwickler muss fachlich tief sein – aber das Team braucht diese Perspektive.
  • Feedback vor Qualität: Früh testen, was der Kunde will – nicht perfekt bauen.

Agile Prozesse neu definiert: Fachlichkeit, Event Storming & Story Mapping

Heute sprach ich mit Ina Einemann über die Herausforderungen und Chancen im Umgang mit Fachlichkeit in agilen Prozessen, insbesondere im Kontext von Scrum. Wir erkundeten innovative Methoden wie Event Storming und Story Mapping, um tiefer in die Anforderungen der Kunden einzutauchen und den wahren Nutzen hinter den Anforderungen zu identifizieren.

Die Grenzen von Scrum

Ina beleuchtet ein kritisch betrachtetes Thema: Die Grenzen von Scrum, insbesondere wenn es darum geht, das richtige Produkt zu entwickeln. Scrum konzentriert sich stark auf Delivery, während der wichtige Discovery-Bereich oft vernachlässigt wird. Es entsteht die Frage: Wie kommen eigentlich die richtigen Anforderungen ins Backlog? Ina argumentiert, dass Scrum von einem fertigen Backlog ausgeht und den Weg dahin – also wie Anforderungen entstehen und priorisiert werden – weitgehend ignoriert.

Event Storming und Story Mapping als Schlüssel

Um diese Lücke zu schließen, sprachen wir über innovative Ansätze wie Event Storming und Story Mapping. Diese Methoden ermöglichen es Teams, auf interaktive Weise ein tiefgreifendes Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Kunden zu entwickeln. Durch das gemeinsame Arbeiten an einer physischen Map können alle Beteiligten – von Usern über Product Ownern bis hin zu Entwicklern – ein gemeinsames Verständnis für das Projekt entwickeln. Diese Ansätze fördern nicht nur die Zusammenarbeit im Team, sondern helfen auch dabei, Prioritäten klarer zu setzen und sicherzustellen, dass das Endprodukt wirklich den Bedürfnissen des Kunden entspricht.

Feedback als wesentlicher Bestandteil

Es reicht nicht aus, einfach nur ein Produkt basierend auf den im Backlog definierten Anforderungen zu entwickeln; vielmehr ist es entscheidend, kontinuierlich Feedback von den Endnutzern einzuholen. Dies kann durch regelmäßige Reviews geschehen oder indem man direkt beim Endanwender vor Ort beobachtet, wie das Produkt tatsächlich genutzt wird. Solche Einblicke sind unerlässlich für die kontinuierliche Verbesserung des Produkts und stellen sicher, dass es tatsächlich einen Mehrwert für den Nutzer bietet.

Die Rolle der Technologie bei der Innovation

Technologische Innovation spielt eine entscheidende Rolle bei der Adressierung von Kundenbedürfnissen. In unserer Diskussion betonten wir die Wichtigkeit des technischen Inputs innerhalb des Teams. Entwickler und technische Experten tragen maßgeblich dazu bei, Lösungen für identifizierte Probleme oder Bedürfnisse zu finden. Durch ihre Expertise können sie Möglichkeiten aufzeigen, wie die Produktentwicklung optimiert werden kann. Das macht die Notwendigkeit eines interdisziplinären Teams deutlich, in dem jeder seine Stärken einbringt und gemeinsam an der bestmöglichen Lösung arbeitet.

Der Weg nach vorn

Agile-Methoden können durch die Integration innovativer Ansätze zur Anforderungserhebung verbessert werden. Einem tiefes Verständnis des Kundennutzens sollte immer im Zentrum dieser Bemühungen stehen. Indem Teams eng zusammenarbeiten und kontinuierlich Feedback einholen, können sie sicherstellen, dass sie Produkte entwickeln, die wirklich einen Unterschied machen.

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