Continuous Everything – Brauchen wir das?
Entdecke Shift Left und Continuous Everything für Entwickler – Tipps zur Verbesserung der Softwarequalität und des Release Cycle Optimization.

Alle reden von Shift Left und Continuous Everything – aber bringt es wirklich weniger Fehler und schnellere Releases? Anhand von neun Jahren Daten aus einem regulierten Entwicklungsumfeld zeigt sich: Trunk-based Development macht Entwickler zunächst langsamer, reduziert aber Defect-Spitzen um ein Vielfaches. Der Trick liegt nicht in Tools oder Prozessvorgaben, sondern darin, Teams selbst entscheiden zu lassen, wie viele offene Bugs sie tolerieren und welche Metriken sie optimieren wollen. Wer Software Testing ernst nimmt, misst zwei Dinge: Zeit bis zum Kunden und Beschwerden vom Kunden.
Podcast Episode: Continuous Everything – Brauchen wir das?
Für Marco und Gregor sind Shift Left und Continuous Everything mehr als bloße Schlagwörter – sie sind Prinzipien, die den Softwareentwicklungsprozess massiv verbessern. Im Zentrum steht das Craftsmanship Programm, das allerdings auch seine Herausforderungen bei der Implementierung mit sich bringt. Lösungsstrategien, vor allem im Umgang mit Flaky-Tests, spielen hier eine zentrale Rolle. Doch wie evaluiert man den Erfolg solcher Ansätze? Die Auswirkungen auf Release-Zyklen und die Qualität der Software sind deutliche Indikatoren. Für alle, die den Einstieg in Shift Left wagen wollen, haben Marco und Gregor wertvolle Tipps parat.
„Wenn man so etwas ändern will, dann geht es über Jahre.” - Marco Achtziger, Gregor Endler
Marco Achtziger ist bei Siemens Healthineers in Forchheim tätig. Mit Qualifikationen von iSTQB und iSQI ist er ein zertifizierter Senior Software Architekt bei Siemens AG. Tief im Herzen ist er jedoch ein Testarchitekt. Er leitet Trainings für Testarchitekten innerhalb von Siemens AG und Healthineers. Achtziger tauscht gerne Wissen mit anderen Unternehmen aus und spricht regelmäßig auf Konferenzen wie OOP und Agile Testing Days.
Gregor Endler promovierte in Informatik mit einer herausragenden Dissertation über “Adaptive Datenqualitätsüberwachung”. Bei codemanufaktur GmbH konzentriert er sich auf maschinelles Lernen und Datenanalyse. Er hat mehrere Forschungspapiere veröffentlicht. Als anerkannter Experte tritt er häufig auf akademischen und industriellen Konferenzen als Redner auf. Sein Engagement für den Wissensaustausch zeigt sich in seiner Bereitschaft, Erfahrungen mit anderen Unternehmen zu teilen.
Highlights der Episode
- Autonomie schlägt Vorgabe: Teams mit Wahlfreiheit adaptieren Shift-Left-Praktiken nachhaltiger als bei Top-Down-Ansätzen.
- Wertstromanalyse vor Tool-Einführung: Das gefühlte Problem ist meist nicht das echte Zeitfresserproblem.
- Flaky-Tests sind normal bei aktiver Entwicklung – entscheidend ist der Umgang, nicht die Vermeidung.
- Kulturwandel braucht Jahre: Craftsmanship-Programme zeigten erst nach zwei bis drei Jahren messbare Teamadaption.
- Zwei Metriken zählen wirklich: Zeit bis zur Kundenauslieferung und Anzahl der Kundenbeschwerden.
Die Reise zu Qualität und Effizienz
In dieser Folge unseres Podcasts sprach ich mit Marco Achtziger und Gregor Endler über ‘Shift Left’ und ‘Continuous Everything’ in der Softwareentwicklung. Es ging um die Themen Selbstverantwortung, Messbarkeit von Qualität und die Bedeutung von Autonomie im Team ein. Die Beiden teilten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihren Projekten, einschließlich des Einsatzes von Craftsmanship-Programmen und der Wichtigkeit einer datengesteuerten Herangehensweise.
Die Herausforderungen und Chancen von Continuous Everything
Marco und Gregor eröffneten das Gespräch mit einer Erklärung darüber, was Continuous Everything bedeutet – eine Philosophie, die Integration, Delivery und Deployment umfasst. Sie betonten die Bedeutung der Automation und wie diese Praktiken in den Entwicklungsfluss integriert werden können. Besonders interessant war Gregors Hinweis auf seine Rolle als ‘Data Scientist by Heart’, welche es ermöglichte, den tatsächlichen Nutzen dieser Methoden durch Datenanalyse sichtbar zu machen.
Die Rolle von Selbstverantwortung und Craftsmanship-Programmen
Ein zentraler Punkt unserer Diskussion war die Bedeutung der Selbstverantwortung innerhalb eines Teams. Gregor teilte seine Erfahrungen mit Craftsmanship-Programmen, die darauf abzielten, Teammitglieder durch Autonomie, Mastery (Meisterschaft) und Purpose (Zweck) zu motivieren. Diese Programme erwiesen sich als effektiv, erforderten jedoch Zeit für eine kulturelle Änderung innerhalb des Unternehmens.
Messbare Erfolge durch Datenanalyse
Eines der faszinierendsten Themen war die Möglichkeit, den Erfolg von Continuous Everything quantifizierbar zu machen. Durch die Sammlung und Analyse von Daten konnten Marco und Gregor zeigen, wie sich sowohl die Geschwindigkeit als auch die Qualität der Softwareentwicklung im Laufe der Zeit verbesserten. Diese datengestützte Herangehensweise ermöglichte es ihnen, konkrete Beweise für den Nutzen ihrer Methoden zu liefern.
Autonomie als Schlüssel zum Erfolg
Ein wiederkehrendes Thema während unseres Gesprächs war die Bedeutung der Autonomie innerhalb der Teams. Sowohl bei der Einführung neuer Prozesse als auch bei der Behebung spezifischer Probleme erwies sich die Befähigung der Teammitglieder zur Selbstorganisation als entscheidend für den Erfolg. Die Freiwilligkeit und Selbstbestimmtheit spielten eine wesentliche Rolle bei der Steigerung der Motivation und Beteiligung aller Beteiligten.
Eine Reise zur Verbesserung
Zum Abschluss unseres Gesprächs reflektierten Marco und Gregor über ihre mehrjährige Reise zur Verbesserung der Softwarequalität und -effizienz. Sie betonten, dass Veränderungen Zeit benötigen und dass es wichtig ist, kontinuierlich zu messen, zu evaluieren und anzupassen. Ihre Einblicke bieten wertvolle Leitlinien für alle Entwicklerteams, die bestrebt sind, ihre Prozesse zu optimieren und gleichzeitig eine Kultur des Lernens und des gemeinsamen Wachstums zu fördern.
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