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Das Qualitätsnetzwerk ASQF

Fast 30 Jahre, über 1000 Mitglieder, kostenlose Konferenztickets: Was der ASQF der deutschsprachigen Software-Qualitäts-Community heute noch bietet.

7 Min. Lesezeit
Cover für Das Qualitätsnetzwerk ASQF

Der ASQF (Arbeitskreis Softwarequalität und Fortbildung) ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1996 Menschen aus dem Bereich Softwarequalitätssicherung vernetzt. Er vereint über 1.000 Mitglieder, die zusammen rund 15.000 Personen repräsentieren. Das Angebot umfasst Fachgruppentreffen, Konferenzen, ein Fachmagazin, zertifizierte Weiterbildungen und die Möglichkeit, aktiv an Standards mitzuwirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ASQF ist 1996 in Erlangen gegründet worden und vertritt heute über 1.000 direkte Mitglieder sowie rund 15.000 Personen in Mitgliedsfirmen aus Konzernen, Mittelstand und Start-ups.
  • Mitglieder können kostenlos an ASQF-Konferenzen wie dem Rhein-Main-Testing-Day oder dem Testing Day Franken teilnehmen, der bis zu 220 Teilnehmer anzieht.
  • Der ASQF vergibt seit 1999 einen mit 500 Euro dotierten Förderpreis für praxisrelevante Master- und Diplomarbeiten im Bereich Softwarequalität.
  • Eine neue Fachgruppe zu KI und Testen ist in Planung, weil der Einsatz von KI-Agenten zur Testartefakt-Erstellung die Branche bereits verändert.
  • Das neu entwickelte Zertifikat für Secure Software Engineering ist ab sofort buchbar und wurde ehrenamtlich über mehrere Jahre in einer ASQF-Arbeitsgruppe erarbeitet.

Was der ASQF ist und wem er nützt

Der ASQF, ausgeschrieben Arbeitskreis Softwarequalität und Fortbildung, ist ein gemeinnütziger Verein, der Menschen rund um Softwarequalität zusammenbringt. Sein Kern ist die Vernetzung: Fachleute, die in der Qualitätssicherung der Softwareentwicklung arbeiten, treffen sich über den ASQF, tauschen sich aus und entwickeln gemeinsam Standards weiter.

Diese Vernetzung ist das Alleinstellungsmerkmal des Vereins. Viele Mitglieder kennen sich über Jahre und Jahrzehnte. Neue Leute werden schnell integriert und finden niedrigschwellig die ersten Kontakte in die Community.

Der Verein hat aktuell etwas über 1000 Mitglieder und vertritt über die Mitgliedsfirmen rund 15.000 Personen. Dazu zählen Global Player, Mittelständler, Start-ups und Privatpersonen. Es gibt eine studentische Mitgliedschaft, eine Fördermitgliedschaft und für alle, die ein ISTQB-Zertifikat ablegen, ein Jahr kostenlose Schnupper-Mitgliedschaft.

Woher der ASQF kommt

Der ASQF ist ein fränkisches Kind und stammt aus Erlangen. Gegründet wurde er 1996 auf Basis einer europäischen Initiative, der European Software Process Improvement Training Initiative (SPI). Im nächsten Jahr feiert der Verein 30 Jahre.

In seiner Reinform ist der ASQF ein getragener, gemeinnütziger Verein. Initial hatte er zwei Tochtergesellschaften: die ASQF GmbH für Veranstaltungen und Konferenzen sowie das 2004 gegründete International Software Quality Institute (iSQI), an dem der ASQF nach wie vor als Gesellschafter beteiligt ist.

Wie der Certified Tester aus dem ASQF heraus entstand

Der bekannte Certified Tester Foundation Level hat seinen Ursprung im Umfeld des ASQF. In der Gründungsphase stellte man fest, dass eine standardisierte Weiterbildung in der Softwarequalitätssicherung fehlte. Genau dafür war der ASQF der Nährboden.

Das German Testing Board (GTB) nahm seinen Anfang in der Fachgruppe Software-Test des ASQF. Diese zertifizierte Weiterbildung und das Miteinander mit anderen Verbänden haben den Verein stark geprägt.

Das Netzwerk als größter Mehrwert einer Mitgliedschaft

Der wichtigste Nutzen einer ASQF-Mitgliedschaft bleibt das persönliche Netzwerk. Wer einsteigt, kann sich auf niedrigem Level einarbeiten, erste Kontakte knüpfen und prüfen, in welche Richtung er sich in der Qualitätssicherung entwickeln will.

Über fast 30 Jahre hat sich im ASQF viel Wissen angesammelt. Mitglieder haben Zugriff auf eine Datenbank mit Fachbeiträgen und können sich dort weiterbilden.

Dazu kommen zahlreiche Partnerschaften mit Veranstaltungen. Über diese Partner lassen sich Konferenztickets oft zu einem günstigeren Beitrag buchen. An eigenen ASQF-Veranstaltungen nehmen Mitglieder teil, ohne dass ein Ticketpreis fällig wird.

Es geht nicht nur darum, dass ich mir etwas nehmen kann, sondern auch etwas geben kann. Ich lerne und sehe gleichzeitig, wie sich ein Produkt im Weiterbildungsbereich entwickeln lässt.

Felix Winter

Fachgruppen und Veranstaltungen: zwei Wege in die Community

Das Veranstaltungsangebot teilt sich in zwei Bereiche. Den ersten bilden die Fachgruppentreffen. Der ASQF unterteilt sein Thema in derzeit neun Fachgruppen, von Software-Test über branchenspezifische Gruppen wie Medizintechnik bis hin zu Automotive.

An Fachgruppentreffen können sowohl Mitglieder als auch Nichtmitglieder teilnehmen. Sie sind der Ort, an dem über konkrete Praxis gefachsimpelt wird: Wie automatisiert man, wie testet man manuell, was ist in der Automotive-Branche zu beachten, was unterscheidet die Medizintechnik.

Den zweiten Bereich bilden größere und kleinere Konferenzen, an denen Mitglieder kostenlos teilnehmen. Dazu gehören der Rhein-Main-Testing-Day in Frankfurt, die Quality Night in Berlin sowie der Testing Day Franken, der in der Spitze bis zu 220 Teilnehmer hatte.

Während der Corona-Phase rief der ASQF zusätzlich das Online-Format ASQF Network ins Leben, das über eine ganze Woche verschiedene Themen rund um Qualitätssicherung bündelt. Präsenz und Online ergänzen sich heute.

Warum branchenübergreifender Austausch funktioniert

Der größte Gewinn entsteht oft dann, wenn branchenfremde Leute aufeinandertreffen. In der Fachgruppe Software-Test sitzen nicht nur Medizintechniker oder Mobilitätsleute zusammen, sondern Menschen aus unterschiedlichsten Unternehmen.

Sie diskutieren ähnliche Probleme und stellen fest, dass sie gar nicht so weit auseinander sind. Die Automotive-Branche kann der Medizintechnik etwas mitgeben, die Finanzbranche liefert einen Tipp zur Automatisierung. Dieser Querblick über Branchengrenzen hinweg ist ein dauerhaft tragfähiges Prinzip des Vereins.

Der ASQF eignet sich auch als Einstieg für junge Speaker. Wer ein Thema hat, kann hier vor 20 oder 30 Leuten einen Vortrag ausprobieren, statt direkt vor großem Publikum zu stehen.

Das SQ-Magazin als Plattform zum Publizieren

Der ASQF gibt das SQ-Magazin mit heraus. Es entstand zu der Zeit, als ASQF und iSQI gemeinsam die Conquest organisierten, und geht auf eine Idee von Stefan Görike zurück, dem damaligen Hauptgeschäftsführer von ASQF und iSQI.

Das SQ-Magazin erscheint inzwischen zweisprachig. Mitglieder können über die Redaktion Fachartikel einbringen und so ihre Ideen veröffentlichen. Damit deckt der ASQF neben Hören und Sehen auch das Lesen ab.

Aus- und Weiterbildung: vom Projektmanagement bis Secure Software Engineering

Der ASQF ist aktiv in der zertifizierten Aus- und Weiterbildung und hat über eigene Initiativen mehrere Programme auf den Markt gebracht. Bekannt ist der Certified Professional for Project Management, eine Weiterbildung für das Projektmanagement in Softwareprojekten, buchbar über den ASQF und entsprechende Trainingsprovider.

Der Verein ist außerdem Halter des QAMP, des Quality Assurance Management Professionals. In diesem Programm lässt sich die persönliche Lernhistorie hinterlegen und über erworbene Zertifikate nachweisen, dass man Experte oder angehender Experte ist.

Ein neues Programm zeigt, wie solche Angebote im ASQF entstehen. Aus einer Fachgruppe heraus gründete sich die Arbeitsgruppe Secure Software Engineering, die über mehrere Jahre einen Lehrplan und eine Schulung aufgebaut hat. Der Syllabus ist abrufbar, die ersten Trainings sind buchbar.

Der typische Weg verläuft dabei in Stufen:

SchrittWas passiert
FachgruppeAustausch zu einem Themenbereich
Themenfindungein spannendes Thema wird identifiziert
ArbeitsgruppeGründung zur Entwicklung eines Programms
Lehrplan und PrüfungAufbau über ein bis zwei Jahre, oft ehrenamtlich
ReleaseSyllabus abrufbar, Trainings buchbar

Der Aufbau eines Zertifikats ist keine Sache von drei Abendrunden, sondern ein Prozess, der sich über ein bis zwei Jahre zieht, gerade beim erstmaligen Aufsetzen. Vieles davon entsteht ehrenamtlich nach Dienstschluss.

Förderpreise würdigen Nachwuchs und Lebenswerk

Der ASQF vergibt seit 1999 einen Förderpreis an Hochschulen und Universitäten. Er ist mit 500 Euro dotiert und zeichnet Master- und Diplomarbeiten aus, die besonders praxisrelevant sind und sehr gute Leistungen zeigen. Die Übergabe erfolgt oft im Rahmen der Abschlussfeiern vor großem Publikum.

In dieselbe Richtung zielt der Deutsche Preis für Softwarequalität, den der ASQF ins Leben gerufen hat. Er ehrt Personen und Institutionen, die sich in besonderem Maße um Softwarequalität verdient gemacht haben. Vergeben wird er heute gemeinsam mit weiteren Partnern, unter anderem dem GTB.

KI und Testen prägen die nächsten Jahre

Die kommenden Jahre des ASQF werden davon geprägt sein, sich in der Welt von KI und Testen zu behaupten. Auf Konferenzen zeigen Praktiker bereits, wie sie mit KI testen, eigene Agents schreiben und Test-Artefakte aus Repositories von Altprojekten und Legacy-Code zusammenbauen.

Geplant ist eine Fachgruppe KI. Die Leitfragen: Wie testen wir mit KI? Wie testet man KI selbst? Wer hier Fachwissen einbringen will, ist eingeladen, denn es gibt viel Wissen zusammenzutragen.

Genau hier liegt der Charakter des Vereins. Der ASQF lebt von der aktiven Mitarbeit der Wissensträger. Wer ein spannendes Thema mitbringt, kann lernen und gleichzeitig mitgestalten, sei es als Mitglied, als Speaker, als Autor oder in einer Arbeitsgruppe.

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