Acceptance Testing
Erfahre, wie Acceptance Testing die Softwarequalität verbessert und Vertrauen zwischen Entwicklern und Nutzern aufbaut. Lerne über Abnahmetests in der Praxis.

Der ideale Abnahmetest ist einer, der gar nicht stattfinden muss. Statt am Ende des Projekts als Last Line of Defense Fehler zu finden, sollte Acceptance Testing von Anfang an in den Entwicklungsprozess eingewoben sein – als vertrauensbildende Maßnahme, nicht als Qualitätsprüfung im letzten Moment. Software Testing wird dann wirklich effizient, wenn Tester bereits bei der Anforderungsdefinition mitwirken, Testfälle vor der Implementierung erstellen und gemeinsam mit Business-Analysten ein einheitliches Verständnis schaffen.
Podcast Episode: Acceptance Testing
Der Abnahmetest wird leider oft als letzte Teststufe gesehen. Werden dann viele Fehler gefunden, dann ist die Aufregung und der Arbeitsaufwand groß. Im Idealfall wird der Abnahmetest mit dem ganzen Entwicklungsprozess verwoben. Mit der agilen Arbeitsweise wird das schon häufig so gemacht. Dann kann der Abnahmetest nämlich nicht nur Fehler finden, sondern zeigt auch, was man beim Testen alles richtig gemacht hat. Auch das ISTQB widmet sich mit dem Foundation Level Specialist – Acceptance Testing diesem Thema. Dazu hat Florian das Buch “Basiswissen Abnahmetest” geschrieben. Mit seinem reichen Erfahrungsschatz liefert er uns in dieser Folge wertvolles Wissen zum Thema Abnahmetest.
„Vertrauen schaffe ich nicht durch Fehler finden.” - Florian Fieber
Florian Fieber studierte Medieninformatik und Information Systems, danach war er als Softwareentwickler und wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Sein Fachgebiet umfasst heute alle Aspekte der Qualitätssicherung im Softwarelebenszyklus, mit einem Schwerpunkt auf Testmanagement und Prozessverbesserung. Seit 2018 ist er aktiv im German Testing Board e.V. (GTB), wo er u.a. als Leiter der Arbeitsgruppe Acceptance Testing fungiert und seit 2022 als Vorsitzender des GTB dient.
Highlights der Episode
- Der ideale Abnahmetest findet gar nicht statt – Vertrauen entsteht vorher, nicht beim letzten Prüfen.
- Abnahmetest am Ende ist effektiv gegen Produktionsfehler, aber extrem ineffizient bei den Fehlerbehebungskosten.
- Tester müssen ab Tag eins dabei sein – sonst fehlt Testbarkeit in den Anforderungen.
- Nicht funktionale Anforderungen gehören in jede User Story – nicht nur die Happy Path Funktionalität.
- Im Agilen ist Acceptance Testing besser eingewoben, im Wasserfall wird zu spät getestet.
Acceptance Testing: Mehr als nur eine Abschlussprüfung
In dieser Folge spreche ich mit Florian Fieber über das Thema Acceptance Testing. Wir tauchen in die Bedeutung, Unterschiede zwischen agilen und traditionellen Umgebungen und die Rolle von Abnahmetests in der Softwareentwicklung ein. Florian teilt seine Erfahrungen und Erkenntnisse und betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen Einbindung in den Entwicklungsprozess.
Die Bedeutung des Acceptance Testings
Heute habe ich Florian Fieber begrüßt, einen erfahrenen Experten im Bereich Software-Testing. Wir sprachen über das Thema ‘Acceptance Testing’, ein Bereich, der nicht nur für die Qualitätssicherung von entscheidender Bedeutung ist, sondern auch eine Brücke zwischen Entwicklungsteams und Endanwendern schlägt. Florian brachte seine umfassenden Erfahrungen aus seiner Arbeit beim German Testing Board sowie aus der Co-Autorschaft des Buches ‘Basiswissen Abnahmetest’ ein. Seine Einsichten werfen Licht auf die feinen Unterschiede zwischen Acceptance Tests in agilen und traditionellen Entwicklungsprozessen und zeigen auf, warum es von Vorteil ist, keine Fehler im Abnahmetest zu finden.
Definition von Acceptance Testing
Auf die Frage nach einer prägnanten Definition von Acceptance Testing erklärte Florian, dass es im Kern um die Bewertung geht, ob ein Produkt oder Projekt bereit für seinen Einsatz ist. Er unterscheidet zwischen systematischen Tests während des Entwicklungsprozesses und dem finalen Abnahmetest aus der Perspektive des Auftraggebers oder Nutzers. Diese letzte Überprüfung dient als ultimative Bestätigung der Produktqualität.
Die Rolle von Anforderungen und Testbarkeit
Ein zentraler Aspekt bei der Vorbereitung auf erfolgreiche Abnahmetests ist die klare Definition und Testbarkeit von Anforderungen. Florians Ansatz betont die frühe Integration von Testaktivitäten in den Entwicklungsprozess zur Gewährleistung einer hohen Qualität von Beginn an. Durch das gemeinsame Verständnis aller Beteiligten über funktionale sowie nicht-funktionale Anforderungen entsteht eine solide Basis für effektive Tests.
Die Herausforderungen eines effektiven Abnahmetests
Florian betont, dass die größte Herausforderung eines effektiven Abnahmetests oft in dessen zeitlicher Platzierung liegt – zu spät im Prozess erhöht es den Umfang unnötig und führt zu ineffizientem Nachbessern. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachexperten und Testern kann hier Abhilfe schaffen, indem sie sicherstellt, dass alle relevanten Aspekte bereits frühzeitig berücksichtigt werden.
Acceptance Testing als vertrauensbildende Maßnahme
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Acceptance Testing weit mehr als nur eine abschließende Überprüfung ist; es ist eine vertrauensbildende Maßnahme zwischen Entwicklern und Nutzern. Mit seinem Buch ‘Basiswissen Abnahmetest’ bietet Florian Fieber einen umfassenden Leitfaden für alle, die ihre Kenntnisse im Bereich des Acceptance Testings vertiefen möchten. Sein Rat: Integriere das Testing frühzeitig in den Entwicklungsprozess und nutze es als Werkzeug zur Qualitätssicherung statt zur Fehlerjagd am Ende.
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