Öffentliche Reden in der Tech- und Test-Branche werden von verschiedenen Motivationen angetrieben, die von der Weitergabe von Wissen und dem Aufbau einer Gemeinschaft bis hin zu persönlichem Wachstum und Karriereentwicklung reichen. Viele haben mit Lampenfieber zu kämpfen, aber praktische Strategien wie eine gründliche Vorbereitung, die Interaktion mit dem Publikum und ein durchdachtes Foliendesign helfen, diese Hürden zu überwinden. Fachpublikum sucht oft nach konkreten Beispielen und umsetzbaren Schritten, weshalb Klarheit und Relevanz entscheidend sind.
In dieser Folge spreche ich mit Maryia Tuleika darüber, wie man auf der Bühne der Technik und des Testens steht. Wir erkunden, warum Menschen sprechen: Freude am Teilen, Bühnenenergie und Gemeinschaft. Der schwierige Teil sind Angst und Stress. Wenn du Angst vor der Bühne hast, erfährst du einfache Tricks, die dir helfen. Maryia zeigt, wie du Stress in Aufregung umwandeln kannst: Bereite dich gut vor, nimm Trockenübungen auf, sammle Feedback, benutze die Boxatmung, verlangsame dich und steh aufrecht.
"Meine Empfehlung ist also, sich nicht zu sehr um die Gesichtsausdrücke des Publikums zu kümmern, während du von der Bühne aus sprichst, denn du weißt nie, was sie bedeuten." - Maryia Tuleika
Maryia Tuleika ist Quality Engineering Leader, die Teams leitet, Teststrategien entwickelt, Bildungsprogramme vorantreibt und aktiv zur Testing-Community beiträgt. Als Mentorin, Rednerin und Konferenzorganisatorin hilft sie neuen Test-Profis, ihre Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Sie ist Moderatorin eines Podcasts und Mitbegründerin der Beyond Quality Community of Practice. Maryia ist davon überzeugt, dass gutes Testen sowohl technische Exzellenz als auch das Wissen um Prioritäten, kritisches Denken und Spaß am Prozess voraussetzt.
Öffentliche Reden auf Konferenzen mögen sich wie eine Domäne erfahrener Profis anfühlen, aber wie Richie betont, gibt es einen wachsenden Bedarf an alltäglichen Testern und Tech-Profis, ihr Wissen von der Bühne aus zu teilen. In einem offenen Gespräch unterstreicht Maryia Tuleika eine zentrale Motivation: Es geht nicht nur darum, das eigene Profil zu schärfen, sondern auch darum, anderen zu helfen und die gesamte Gemeinschaft zu bereichern.
Für einige, wie Maryia Tuleika, entspringt der Antrieb, auf die Bühne zu gehen, der Leidenschaft, andere zu unterrichten, zu betreuen und zu inspirieren. Ob sie junge Ingenieurinnen und Ingenieure coacht oder hart erarbeitete Lektionen weitergibt, sie betont den kollektiven Wert: "Es bringt viel Freude und Glück, wenn man teilt und sieht, wie das Wissen, das man teilt, wächst, sich vermehrt und angewendet wird." Für viele in der Test- und Technikbranche ist das Reden in der Öffentlichkeit eine Möglichkeit, die Freude an der Leistung wiederzuerleben - indem sie ihre jugendlichen Erfahrungen beim Singen oder Schauspielern in den Wissensaustausch mit Erwachsenen übertragen.
Gleichzeitig blickt Richie auf die fast zwei Jahrzehnte zurück, in denen er Vorträge gehalten hat, und stellt fest, dass öffentliche Reden immer eine Möglichkeit waren, seine Sichtweise in die Gemeinschaft einzubringen und Inspiration für bessere Softwarequalitätspraktiken zu liefern.
Natürlich ist es beängstigend, vor einem Raum voller Gleichgesinnter zu stehen - egal, ob es dein erstes oder dein fünfzigstes Mal ist. Maryia Tuleika weiß, dass Nervosität normal ist, und sie hat in Gesprächen mit erfahrenen Rednerinnen und Rednern herausgefunden, dass der Adrenalinstoß vor dem Betreten der Bühne nur selten verschwindet. Der Schlüssel ist zu lernen, wie man diese Energie kanalisiert.
Sie empfiehlt praktische Techniken, wie z. B. das Gefühl neu zu ordnen - sich zu sagen: "Ich fühle mich nicht gestresst, sondern aufgeregt" - und quadratische Atemübungen zu machen, um das Nervensystem zu beruhigen. Auch die Vorbereitung ist wichtig: Proben, Aufnahmen von sich selbst und Feedback von Freunden oder Familienmitgliedern helfen, Selbstvertrauen aufzubauen.
Maryia Tuleika betont, wie wichtig es ist, das Publikum zu verstehen und den Vortrag individuell anzupassen: "Du fängst an, etwas langsamer zu sprechen, und es ist gut, wenn du in Stimmung kommst, bevor du diesen ersten Schritt auf die Bühne machst."
Ein Ratschlag, den erfahrene Redner/innen immer wieder geben, betrifft die Folien: Weniger ist mehr. Wenn du deine Präsentation mit Text oder Aufzählungspunkten überfrachtest, wird die Aufmerksamkeit des Publikums geteilt und du wirst von deiner Botschaft abgelenkt. Verwende stattdessen Bilder oder einfache Aufforderungen, um deine Erzählung zu ergänzen, nicht um sie zu ersetzen. Maryia Tuleika empfiehlt, Notizen für den Fall zu machen, dass technische Probleme auftreten, aber sie ist der Meinung, dass die Folien deine Geschichte unterstützen und nicht diktieren sollten.
Beide Redner/innen sind sich einig, dass ein Minimum an Folien dir Flexibilität und Raum zum Improvisieren gibt und verhindert, dass das Publikum merkt, wenn du einen Punkt auslässt oder mitten in der Präsentation den Kurs wechselst. Dies fördert einen narrativen Stil: Nenne das Problem, mit dem du konfrontiert warst, beschreibe, wie du es angegangen bist und gelöst hast, und schließe mit umsetzbaren Erkenntnissen.
Das Reden auf Tech-Konferenzen hat seine eigenen Tücken. Wie Maryia Tuleika sagt: "Das Publikum will konkrete Beispiele und spezifische Ansätze Das technische Publikum sehnt sich nach umsetzbaren Schritten und klaren Erkenntnissen, die es bei seiner eigenen Arbeit anwenden kann. Erwarte ein Publikum, das analytisch ist, vielleicht weniger ausdrucksstark, aber auf kognitiver Ebene sehr engagiert.
Kulturelle Unterschiede spielen auch eine Rolle; lass dich nicht von passiven Gesichtern entmutigen - manchmal zeigen sich die tiefgründigsten Denker erst nach deinem Vortrag. Halte stattdessen Ausschau nach unterstützenden "Energiekraftwerken" im Publikum, die ermutigendes nonverbales Feedback geben.
Um mehr Tester und Technologen zu motivieren, die Bühne zu betreten, schreibt Maryia Tuleika ein eBook über öffentliches Reden - mit den Schwerpunkten Absicht, Vorbereitung und Präsentation. Ihr Leitfaden stützt sich auf die Weisheit der Community und soll sowohl Neulingen als auch erfahrenen Fachleuten den Prozess entmystifizieren. Sie ermutigt alle, die neugierig auf das Sprechen sind, sich in Foren, auf LinkedIn oder in Communities wie Beyond Quality zu melden, wo es viel Unterstützung gibt.
Bei öffentlichen Auftritten in der Tech-Welt geht es nicht nur um individuelle Anerkennung, sondern darum, die gesamte Gemeinschaft zu fördern. Egal, ob du auf einem lokalen Treffen oder auf einer Konferenz sprichst, deine Stimme und deine Erfahrung sind gefragt. Richie und Maryia Tuleika sind sich einig: Es gibt keine Ausrede, nicht aufzutreten und deine Geschichte zu erzählen.